Mindestlohn oft nicht gezahlt

Leserbrief zum Thema:
Mindestlohn oft nicht gezahlt

Im Bericht wird dokumentiert dass 1500 Busgeldverfahren wegen Verstoßes der Zahlung von Mindestlöhnen in der Bauwirtschaft in 2009 zur Anzeige gebracht wurden. Warum ein Unternehmer nicht den Mindestlohn zahlt, hat entweder persönliche (Gewinnmaximierung) oder wirtschaftliche (Konkurrenzwettkampf der Subunternehmer) Gründe. Da wird nach außen hin der Mindestlohn gezahlt, allerdings holen sich viele Firmen 30 – 50 % von der Agentur für Arbeit zurückholen, bzw. Überstunden / Mehrarbeit werden nicht vergüten oder schwarz ausgezahlt. Auch dadurch wird das Sozialsystem geschmälert und die Binnenkonjunktur gebremst. Das Pro-blem der Lohnpolitik ist im heutigen Wirtschafts- und Steuersystem zu suchen. Jeder Unternehmer ist, wenn er überleben will gezwungen Lohnkosten zu senken, Mitarbeiter auszubeuten. Da hilft die Einführung des Mindestlohnes den Beschäftigten wenig- wenn gar nicht, da sie vielfach durch die BA gezwungen wurden ihren Beruf über Zeitarbeitsfirmen auszuüben, welche bekanntlich noch weniger zahlen. Wie ist das Pro-blem zu lösen? Und wie können wir als Leser und Sie als Journalist dazu beitragen? Wenn wir das Problem konsequent durchdenken, kommen wir zu dem Schluss, dass wir die Arbeitswelt umdrehen müssen. Wir brauchen ein Überangebot an gut bezahlten, sicheren Arbeitsplätzen. Nicht die Familien, sondern die Unternehmen müssen flexibel sein. Das ist auch möglich. Um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen und Löhne zu steigern, muss man bei der Arbeit Angebot und Nachfrage ausgleichen. Man muss also dafür sorgen, dass die Arbeitgeber möglichst so viele Arbeitsplätze besetzen müssen, wie Arbeitskräfte vorhanden sind. Wie erreicht man das?
– Die zusätzlichen Mitarbeiter müssen für alle Unternehmen existentiell wichtig sein.
– Was ist die Existenzgrundlage von Unternehmen? Ein möglichst hoher Umsatz/Marktanteil, um im Wettbewerb zu überleben.
– Wie erzielt man einen möglichst hohen Umsatz/Marktanteil? Vor allem durch möglichst niedrige Verkaufspreise.
– Wie kann der Gesetzgeber Einfluss auf die Verkaufspreise nehmen? Durch den Satz der Umsatzsteuer.
– Wie kann der Gesetzgeber also Einfluss auf die Zahl der Beschäftigten nehmen? Indem er den Satz der Umsatzsteuer mit der Beschäftigungsintensität der der einzelnen Unternehmen verknüpft.
Diese Idee, des Umdrehen der Arbeitswelt wird im „Bandbreitenmodell.“ ausführlich dargestellt. Unter bandbreitenmodell.de/faq finden wir Antworten und die Erläuterungen. Und bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen zeigt auf, was wir sonst nirgends finden: Eine nachvollziehbare Berechnung, was bei diesem Modell herauskommt. Mit bandbreitenmdell.de/arbeitsplatzpraemiengesetz, Punkt 10, wird für abhängig Beschäftigte ein Arbeitsmarkt möglich, von dem wir nie zu träumen wagten. Jetzt in der anstehenden Diskussion um Änderung des Mehrwertsteuergesetzes wäre dies doch der gegebene Anlas über dieses Modell öffentlich nachzudenken. Ist die Zeit gekommen neues in Angriff zu nehmen, oder wollen wir Leser uns, wie der Rest der Medienwelt, lediglich darauf beschränken, den Niedergang der Arbeitswelt und der Perspektiven unserer Gesellschaft zu beklagen? Ich würde mich außerordentlich freuen, wenn hier eine Tür für diese neue und wirklich wichtige Idee geöffnet würden.

Bernhard Wedeking
Salzkotten

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