Brief an MdB Jens Spahn

Bernhard Wedeking
Zum Hasenfeld 2
33154 Salzkotten
02955/747080
Bewedie@t-online.de

Jens Spahn
Platz der Republik 1
11011 Berlin

E-Mail: jens.spahn @ bundestag.de

29.08.2010

Sehr geehrter Herr Spahn,

soeben habe ich mit Interesse die Aufzeichnung der Talkrunde mit Sandra Maischberger verfolgt, in welcher sie zugegen waren. Was mir bei der Runde als Ergebnis fehlt ist die fehlende Antwort auf die drängendste Frage wie in Zukunft das Rentensystem gesichert werden soll. Haben Sie eine Lösung des Problems parat?

Ja, die heutige Rentengeneration lebt zu Lasten der Jüngeren, da die in der Vergangenheit erwirtschafteten Anrechnungszeiten nur dadurch zu Stande gekommen sind, dass der Staat u.a. über seiner Verhältnisse gelebt hat (und heute noch lebt). Arbeitsprogramme wurden aufgelegt um über Verschuldung Wachstum zu generieren. Daraus erfolgte die Berechnung der anrechenbaren Rentenleistung – also Anrechnung auf eine Blase.

Frau Volmer (die Rentnerin) hat Recht wenn Sie sagt das der große Knall kurz bevor steht.
Finden Sie es für unsere Gesellschaft nicht Beschämend dass eine Frau nach 42 Jahren unsteter Beitragszahlungszeiten und Kindererziehung plant zu Fuß nach Berlin zu Marschieren und Unterschriften gegen das ungerechte Rentensystem zu sammeln? Ist das der Vorbote des Aufstandes der Bevölkerung?

Die Bevölkerung fühlt sich verarscht. Das ist auch der Grund warum die Zustimmung zur schwarz-gelben Politik so niederschmetternd ist.

So wie das Stimmungsbarometer derzeit für uns die regierende Parteien CDU/CSU und FDP aussieht, wird man uns leider abwählen, weil wir kein einziges Rezept gezeigt haben, um die Probleme nachhaltig zu lösen, etc. Warum wollen wir dieses Feld den kleinen Parteien, überlassen? Können wir nicht vorher gemeinsam versuchen das Ruder rumzureißen?

Sie kennen selbst die derzeitigen Hochrechnungen. 30-31% CDU/CSU, 4-5% FDP.
Große Teilschuld dieser Miesere ist auch bei unserer Kanzlerin zu suchen. Aussitzen, Verdrängen, Vergrämen wie unter der Ära Kohl geht nicht mehr. Selbst ein Austauschen der Kanzlerin wird die Ursache der Wahlboykottiere nicht beseitigen. Wir benötigen Parteien mit einem Program und einer Politik für die Bevölkerung und nicht gegen sie.

Das Programm der CDU ist nicht mehr zeitgemäß, missachtet die Bedürfnisse der Mehrheit, ignoriert Tatsachen und die Akteure werden Betriebsblind.

Welche Alternativen für die Zukunft bietet unsere Regierung an, Welche das System?
Auch wenn ich jetzt sehr breit ausholen werde, bitte ich Sie sich den Text und die Links genau anzuschauen.

Egal mit wem ich spreche – alle sehen, sicherlich auch Sie (selbst der Polizist vor dem Reichstag, mit dem wir uns am 12.04.2010 unterhielten, nachdem wir 622 Bücher „Die Geldlawine“ für alle 622 Abgeordnete, auch Ihres, in der Poststelle abgegeben haben), dass wir mit unserem jetzigen Wirtschaftssystem mit voller Wucht vor die Wand fahren – und zwar mit 100%iger Sicherheit. Wir alle wissen dieses, wollen aber noch nichts an dem Zustand ändern. Jeder versucht erst einmal seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Ist dieses überhaupt möglich? Was bedeutet Geld in Zukunft? Zu welchen Bedingungen können wir es retten?

Der MdB Frank Schäffler FDP, sagte in einem Interview mit Michael Mross vom April 2010 unerhört wahre Worte: http://www.youtube.com/watch?v=FawLtMZsJSs
Er spricht vom eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus unseres Geldsystems und der damit verbundenen Zinseszins-Exponentialfunktion. Warum musste er vor wenigen Wochen von seinem Amt als Obmann der Liberalen im Finanzausschuss zurücktreten? Weil er die Wahrheit sagte?

So wie unser gesamtes Weltwirtschaftssystem aufgebaut ist, wird es zwangsläufig zusammenbrechen – mit schrecklichsten Folgen, welche wir bereits erahnen können.

Selbst Dressler und Scholz gestehen Fehler Ihres damaligen Handelns in der Rentenpolitik ein. Mir kann keiner erzählen er hätte damals nicht Bescheid gewusst. So betriebsblind kann man nicht sein.

Im Film „Let’s Make Money“ spricht der Alternative Nobelpreisträger Hermann Scheer Klartext. Wenn Sie den Film nicht kennen, schauen Sie sich bitte die Trailer des Films hier an: http://www.youtube.com/watch?v=0tPGt2r6DPE .

Erwin Wagenhofer begleitete in dem Film Investmentbanker und Fondsmanager über mehrere Jahre durch die undurchsichtige Finanzwelt. Sein ernüchterndes Fazit: Alle haben die Krise kommen sehen – nur hat es keinen interessiert, solange die Rendite stimmte.
Die Dreharbeiten zu „Let’s make money“ führten Wagenhofer unter anderem in das Finanzzentrum London, auf den afrikanischen Kontinent, nach Indien, auf die Kanalinsel Jersey, in die Berge der Schweiz und an die Costa del Sol. Der Film zeigt deutlich: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Auch müssen wir leider feststellen, dass die EU den Handlungsspielraum Deutschland immer weiter einengt. Mit dem „Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher EU-Vorgaben aus 2009 z.B. sowie weiterer steuerrechtlicher Regelungen“ soll die Anpassung des deutschen Steuerrechtes erfolgen. Das war nicht das Ziel, welches die Gründerväter der europäischen Wirtschaftsunion vorsahen. Artikel 96 i.V.m. Artikel 98 Abs.1 gehört sofort aufgehoben.
Warum unterwirft sich Deutschland dem Diktat der EU? Wegen Pseudo-Exportleistungen, deren Last die anderen EU Partner zu tragen haben? Rüstungsexporte nach Griechenland?

Auch darf ich nicht über unser Gesundheitssystem nachdenken. Vielleicht war es Ihnen ja vergönnt, sich den Film Sicko von Michael Moore / USA 2007 anzusehen.

http://www.rbb-online.de/filmzeit/filmzeit/genres/dokumentarfilm/sicko.html:

Was mich an diesen Film faszinierte, ist das anscheinend funktionierende Gesundheitssystem in Kanada, Frankreich, England und Kuba. Hier in Deutschland sind wir auf dem besten Weg, die Fehler Amerikas 1:1 umzusetzen. Das Modell von Herrn Rösler beschleunigt es.

Es besteht Handlungsdruck auf allen Gebieten in Deutschland
(siehe http://www.bandbreitenmodell.de/handlungsdruck und
http://www.freitag.de/politik/1023-verlierer-des-jahrzehnts-die-mittelschichten

Wir bewegen uns hier in Deutschland und Europa auf sehr dünnem Eis. Spätestens nach einer Währungsreform werden die Karten neu gemischt. Dann wird nichts mehr sein wie es vorher war: http://www.youtube.com/watch?v=_d8B8FnqU4I. Was soll dann ein privat vorgesorgter Anleger sagen wenn sein Kapital vernichtet wurde? Wovon soll er leben?

Selbst EU-Kommissar Baroso warnt bereits vor Bürgerkriegen in Europa.

http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1286480/EU-chief-warns-democracy-disappear-Greece-Spain-Portugal.html

Haben Sie oder die Politik eine Antwort auf die Fragen der Zukunft? Gibt es noch ein Ausweg aus der Krise? Ja es gibt eine Lösung. Die Lösung heiß Bandbreitenmodell.de

In seinem Buch „ Die Geldlawine“ (liegt Ihnen bereits vor) zeigt der Autor Jörg Gastmann unter anderem mit dem Bandbreitenmodell auf wie die Lösung zu realisieren ist.

Wenn wir das Problem konsequent durchdenken, kommen wir zu dem Schluss, dass wir die Arbeitswelt umdrehen müssen. Wir brauchen ein Überangebot an gut bezahlten, sicheren Arbeitsplätzen. Nicht die Familien, sondern die Unternehmen müssen flexibel sein. Das ist auch möglich. Um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen und Löhne zu steigern, muss man bei der Arbeit Angebot und Nachfrage ausgleichen. Man muss also dafür sorgen, dass die Arbeitgeber möglichst so viele Arbeitsplätze besetzen müssen, wie Arbeitskräfte vorhanden sind. Wie erreicht man das?
– Die zusätzlichen Mitarbeiter müssen für alle Unternehmen existentiell wichtig sein.
– Was ist die Existenzgrundlage von Unternehmen? Ein möglichst hoher Umsatz/Marktanteil, um im Wettbewerb zu überleben.
– Wie erzielt man einen möglichst hohen Umsatz/Marktanteil? Vor allem durch möglichst niedrige Verkaufspreise.
– Wie kann der Gesetzgeber Einfluss auf die Verkaufspreise nehmen? Durch den Satz der Umsatzsteuer.
– Wie kann der Gesetzgeber also Einfluss auf die Zahl der Beschäftigten nehmen? Indem er den Satz der Umsatzsteuer mit der Beschäftigungsintensität der der einzelnen Unternehmen verknüpft.
Diese Idee, des Umdrehen der Arbeitswelt wird im „Bandbreitenmodell.“ ausführlich dargestellt. Unter bandbreitenmodell.de/faq finden wir Antworten und die Erläuterungen. Und bandbreitenmodell.de/umsatzsteuereinnahmen zeigt auf, was wir sonst nirgends finden: Eine nachvollziehbare Berechnung, was bei diesem Modell herauskommt. Mit bandbreitenmdell.de/arbeitsplatzpraemiengesetz, Punkt 10, wird für abhängig Beschäftigte ein Arbeitsmarkt möglich, von dem wir nie zu träumen wagten.

Sollten Sie einwenden dass eine isolierte, nationale Umstellung unseres Systems ausschließlich auf die Umsatzsteuer zu einer drastischen Verteuerung zahlreicher Produkte sowie dramatischen Wettbewerbsverzerrungen führen wird, schauen Sie sich bitte Antwort Nr. 15 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq an. Dort wird erklärt warum einige Produkte etwas teurer werden, warum dies auch beabsichtigt ist und warum im Gegenzug durch die erhöhte Kaufkraft diese Preissteigerungen mehr als ausgeglichen werden.
Es wird nicht zu WettbewerbsVERzerrungen kommen, sondern zu WettbewerbsENTzerrungen.
Heute ist der Wettbewerb zugunsten großer, beschäftigungsarmer Unternehmen verzerrt. Kleinere und mittlere Unternehmen sind massiv benachteiligt, weil sie dem Diktat der Arbeitsplatzvernichtung mangels Größe nicht folgen können. Wenn Sie darüber nachdenken, werden sie zugeben müssen, dass ein System, dass Arbeitnehmer vor allem als Kostenfaktor bekämpft, menschenfeindlich ist.
Im Bandbreitenmodell werden dagegen Anbieter, welche genügend Mitarbeiter beschäftigen, mit massiven Preisvorteilen belohnt. Stellschrauben zur Feinjustierung des Systems zeigt Antwort Nr. 13 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq. Hier ist die Kompetenz des Bundestags gefragt.
Personen mit einem niedrigen oder gar einem staatlichen Transfereinkommen und Rentner mit der Mindestrente werden durch den verteuerten Konsum nicht benachteiligt werden, da die kümmerlichen staatlichen Transfereinkommen bei Einführung des BBM schon bald nicht mehr geben wird (siehe Antwort Nr. 15 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq).
Unternehmen werden u.a. Mitarbeiter, Studenten, Rentner etc. auf ihre Gehaltsliste setzen, welche im Unternehmen überhaupt nicht arbeiten müssen, weil sie für die Produktionsprozesse ohnehin nicht benötigt werden. Stattdessen erhalten sie ein Einkommen als „einzig mögliches Steuerabzugsmodell“, was für alle ein Vorteil wäre!
• Für die Unternehmen, die sich die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung einsparen und mit ihren Preisen konkurrenzfähig bleiben.
• Für die Angestellten, weil sie ihr Gehalt brutto für netto bekämen, was zudem die Kaufkraft im Land enorm steigern würde, und weil es kein Überangebot an konkurrierenden Bewerbern gäbe, die die Löhne drücken.
• Für den Staat, der die Sozialleistungen nicht mehr auszahlen müsste, von den Einsparungen bei der Verwaltung der Arbeitslosigkeit gar nicht zu reden!

Das ist der Sinn des BBM: Weg von der Gängelung durch den Staat und den Unternehmen/Arbeitgeber hin zu mündigen gleichberechtigten Partnern /Mitmenschen.

Ich weiß, Sie sind im Tagesgeschäft als Abgeordneter stark eingebunden und dennoch glaube ich dass Sie als es schaffen können, althergebrachtes Gedankengut, welches ja weltweit gelehrt wird, über Bord zu werfen und den Geist frei zu machen für neue Ideen. Bitte beschäftigen Sie sich daher intensiv mit dem Buch „Die Geldlawine“ von Jörg Gastmann und seinen Thesen des http://www.Bandbreitenmodell.de

Ich fände es gut, wenn ich auch Sie zu den Politikern zählen darf, welche sich zumindest mit dem Thesen beschäftigen. In der CDU gibt es sicherlich viele weitere kluge Köpfe, welche man mit ins Boot ziehen könnte.

Deutschland braucht jetzt führende kreative Köpfe, welche bereit sind, sich vom Lobbyismus zu lösen und die den Kopf frei haben für neue Ideen zum Wohle der Gesellschaft, und nicht einer Klientel.

Kann ich auf Sie zählen? Ich hoffe auf mehr, als nur Schriftverkehr.
Ich fände es begrüßenswert, wenn Sie es einrichten könnten uns Bürger und den Autor zu einer Diskussionsrunde / Vortragsrunde nach Berlin oder Ihr Wahlkreisbüro einzuladen? Bei dieser Veranstaltung können und sollten allerdings weitere interessierte Personen vertreten sein.
Mit Carsten Linnemann CDU pflegen wir diesen Kontakt bereits.

Dieser Brief ist der Auftakt zu einer Parteiübergreifenden Aktion kluge Köpfe zusammenzubringen, um miteinander zukunftsfähige Politik zu gestalten. Wirtschaftliche Interessen verfolge ich keine.

Ebenfalls angeschrieben wurden / werden in dieser Angelegenheit derzeit:
MdB .Carsten Linnemann, CDU
MdB Norbert Röttgen, CDU
MdB Frank Schäffler, FDP,
MdB Marco Bülow, SPD,
MdB Volker Wissing FDP,
MdB Steffen Kampeter, CDU (als indirekter Vorsitzende des OAR Hubert Prahs, welcher unter dem GZ I A 2-Vw 319/0 : 001, DOK 2010/0572611 bereits Stellung bezogen hat.

In erwartungsvoller Hoffnung einer Nachricht von Ihnen
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Bernhard Wedeking (CDU Salzkotten-Niederntudorf)

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