Brief an Dr. Michael Fuchs

Bernhard Wedeking
Zum Hasenfeld 2
33154 Salzkotten
02955/747080
Bewedie@t-online.de

Dr. Michael Fuchs
Platz der Republik 1
11011 Berlin

E-Mail: michael.fuchs@bundestag.de

14.09.2010

Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs,

mit Interesse las ich Ihr Interview des Wirtschaftsmagazins „Der Steuerzahler“ vom Bund der Steuer-zahler. Strebt die christlich-liberale Koalition nur an das Steuersystem zu vereinfachen oder will sie es wirklich vereinfachen? Wenn dem zweiten so ist stellt sich hier die Frage wie, in welcher Zeit, durch welche Maßnahme dieses hehre Ziel verwirklicht werden kann.
Es soll eine knapp 100 Punkte umfassende Liste aus Vorschlägen des Koalitionsvertrag, der Landes.- und Wirtschaftsverbände abgearbeitet werden.
Hiermit beauftrage ich (als langjähriges und aktives CDU Mitglied) Sie, dieser Liste den 101. Punkt und wahrscheinlich wichtigste hinzuzufügen und darüber diskutieren und abstimmen zu lassen.
Die Bezeichnung des 101. Punkt: Einführen des Bandbreitenmodells. (Erklärung Sie Text unten)

Da in der Regel die letzten Punkte auch die wichtigsten sind sollte mit diesem Punkt die Debatte aus-nahmsweise begonnen werden. Damit ist a) sichergestellt dass die Endscheidungsträger noch Aufnah-mefähig sind, und b) erübrigen sich sicherlich 95% der anderen Punkte.

Die Koalition kann natürlich auch den anderen Weg einschlagen, Dann soll Sie sich allerdings nicht beklagen, das die Zustimmung der Bevölkerung zur schwarz-gelben Politik ist niederschmettern ist

So wie das Stimmungsbarometer derzeit für uns die regierende Parteien CDU/CSU und FDP aussieht, wird man uns leider abwählen, weil wir kein einziges Rezept gezeigt haben, um die Probleme nachhaltig zu lösen, etc. Warum wollen wir dieses Feld den kleinen Parteien, überlassen? Können wir nicht vorher gemeinsam versuchen das Ruder rumzureißen?

Sie kennen selbst die derzeitigen Hochrechnungen. 30-31% CDU/CSU, 4-5% FDP. Ein neuer rechter CDU Ableger soll gegründet werden. Große Teilschuld dieser Miesere ist auch bei unserer Kanzlerin zu suchen. Aussitzen, Verdrängen, Vergrämen wie unter der Ära Kohl geht nicht mehr. Selbst ein Austauschen der Kanzlerin wird die Ursache der Wahlboykottiere nicht beseitigen. Wir benötigen Parteien mit einem Program und einer Politik für die Bevölkerung und nicht gegen sie.

Das Programme der CDU ist nicht mehr zeitgemäß, missachtet die Bedürfnisse der Mehrheit, ignorieren Tatsachen und die Akteure werden Betriebsblind.

Egal mit wem ich spreche – alle sehen, sicherlich auch Sie (selbst der Polizist vor dem Reichstag, mit dem wir uns am 12.04.2010 unterhielten, nachdem wir 622 Bücher „Die Geldlawine“ für alle 622 Abgeordnete, auch Ihres, in der Poststelle abgegeben haben), dass wir mit unserem jetzigen Wirtschaftssystem mit voller Wucht vor die Wand fahren – und zwar mit 100%iger Sicherheit. Wir alle wissen dieses, wollen aber noch nichts an dem Zustand ändern. Jeder versucht erst einmal seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Ist dieses überhaupt möglich? Was bedeutet Geld in Zukunft? Zu welchen Bedingungen können wir es retten? Genügt es Ihnen, Herr Dr. Fuchs, sich als Teil der „politi-schen Klasse“ einfach nur durchzuwursteln? Sind Ihre „kleinen Anfragen“ an die Regierung und Ihre kritische Haltung, die Sie berühmt machte, nun Geschichte, da die FDP selbst Regierungspartei ist?

Der FDP Kollege, MdB Frank Schäffler, sagte in einem Interview mit Michael Mross vom April 2010 unerhört wahre Worte: http://www.youtube.com/watch?v=FawLtMZsJSs
Er spricht vom eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus unseres Geldsystems und der damit verbundenen Zinseszins-Exponentialfunktion. Warum musste er vor wenigen Wochen von seinem Amt als Obmann der Liberalen im Finanzausschuss zurücktreten? Weil er die Wahrheit sagte?

So wie unser gesamtes Weltwirtschaftssystem aufgebaut ist, wird es zwangsläufig zusammenbrechen – mit schrecklichsten Folgen, welche wir bereits erahnen können.

Im Film „Let’s Make Money“ spricht der Alternative Nobelpreisträger Hermann Scheer Klartext. Wenn Sie den Film nicht kennen, schauen Sie sich bitte die Trailer des Films hier an: http://www.youtube.com/watch?v=0tPGt2r6DPE .

Erwin Wagenhofer begleitete in dem Film Investmentbanker und Fondsmanager über mehrere Jahre durch die undurchsichtige Finanzwelt. Sein ernüchterndes Fazit: Alle haben die Krise kommen sehen – nur hat es keinen interessiert, solange die Rendite stimmte.
Die Dreharbeiten zu „Let’s make money“ führten Wagenhofer unter anderem in das Finanzzentrum London, auf den afrikanischen Kontinent, nach Indien, auf die Kanalinsel Jersey, in die Berge der Schweiz und an die Costa del Sol. Der Film zeigt deutlich: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Auch müssen wir leider feststellen, dass die EU den Handlungsspielraum Deutschland immer weiter einengt. Mit dem „Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher EU-Vorgaben aus 2009 z.B. sowie weiterer steuerrechtlicher Regelungen“ soll die Anpassung des deutschen Steuerrechtes erfolgen. Das war nicht das Ziel, welches die Gründerväter der europäischen Wirtschaftsunion vorsahen. Artikel 96 i.V.m. Arti-kel 98 Abs.1 gehört sofort aufgehoben.
Warum unterwirft sich Deutschland dem Diktat der EU? Wegen Pseudo-Exportleistungen, deren Last die anderen EU Partner zu tragen haben? Rüstungsexporte nach Griechenland?

Es besteht Handlungsdruck auf allen Gebieten in Deutschland
(siehe http://www.bandbreitenmodell.de/handlungsdruck und
http://www.freitag.de/politik/1023-verlierer-des-jahrzehnts-die-mittelschichten

Wir bewegen uns hier in Deutschland und Europa auf sehr dünnem Eis. Spätestens nach einer Wäh-rungsreform werden die Karten neu gemischt. Dann wird nichts mehr sein wie es vorher war: http://www.youtube.com/watch?v=_d8B8FnqU4I.

Selbst EU-Kommissar Baroso warnt bereits vor Bürgerkriegen in Europa.

http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1286480/EU-chief-warns-democracy-disappear-Greece-Spain-Portugal.html

Gibt es noch ein Ausweg aus der Krise? Ja es gibt eine Lösung.

In seinem Buch „ Die Geldlawine“ (liegt Ihnen bereits vor) zeigt der Autor Jörg Gastmann unter anderem mit dem Bandbreitenmodell auf wie die Lösung zu realisieren ist.
Sollten Sie einwenden dass eine isolierte, nationale Umstellung unseres Systems ausschließlich auf die Umsatzsteuer zu einer drastischen Verteuerung zahlreicher Produkte sowie dramatischen Wettbewerbsverzerrungen führen wird, schauen Sie sich bitte Antwort Nr. 15 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq an. Dort wird erklärt warum einige Produkte etwas teurer werden, warum dies auch beabsichtigt ist und warum im Gegenzug durch die erhöhte Kaufkraft diese Preissteigerungen mehr als ausgeglichen werden.
Es wird nicht zu WettbewerbsVERzerrungen kommen, sondern zu WettbewerbsENTzerrungen.
Heute ist der Wettbewerb zugunsten großer, beschäftigungsarmer Unternehmen verzerrt. Kleinere und mittlere Unternehmen sind massiv benachteiligt, weil sie dem Diktat der Arbeitsplatzvernichtung man-gels Größe nicht folgen können. Wenn Sie darüber nachdenken, werden sie zugeben müssen, dass ein System, dass Arbeitnehmer vor allem als Kostenfaktor bekämpft, menschenfeindlich ist.
Im Bandbreitenmodell werden dagegen Anbieter, welche genügend Mitarbeiter beschäftigen, mit massiven Preisvorteilen belohnt. Stellschrauben zur Feinjustierung des Systems zeigt Antwort Nr. 13 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq. Hier ist die Kompetenz des Bundestags gefragt.
Personen mit einem niedrigen oder gar einem staatlichen Transfereinkommen und Rentner mit der Mindestrente werden durch den verteuerten Konsum nicht benachteiligt werden, da die kümmerlichen staatlichen Transfereinkommen bei Einführung des BBM schon bald nicht mehr geben wird (siehe Ant-wort Nr. 15 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq).
Unternehmen werden u.a. Mitarbeiter, Studenten, Rentner etc. auf ihre Gehaltsliste setzen, welche im Unternehmen überhaupt nicht arbeiten müssen, weil sie für die Produktionsprozesse ohnehin nicht be-nötigt werden. Stattdessen erhalten sie ein Einkommen als „einzig mögliches Steuerabzugsmodell“, was für alle ein Vorteil wäre!
• Für die Unternehmen, die sich die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung einsparen und mit ihren Preisen konkurrenzfähig bleiben.
• Für die Angestellten, weil sie ihr Gehalt brutto für netto bekämen, was zudem die Kaufkraft im Land enorm steigern würde, und weil es kein Überangebot an konkurrierenden Bewerbern gäbe, die die Löhne drücken.
• Für den Staat, der die Sozialleistungen nicht mehr auszahlen müsste, von den Einsparungen bei der Verwaltung der Arbeitslosigkeit gar nicht zu reden!
Das ist der Sinn des BBM: Weg von der Gängelung durch den Staat und den Unternehmen/Arbeitgeber hin zu mündigen gleichberechtigten Partnern /Mitmenschen.

Sie als Unternehmer müssten ein besonders Interesse an einem funktionierenden Staat und zufriedenen Bürgern haben. Bitte beschäftigen Sie sich daher intensiv mit dem Buch „Die Geldlawine“ von Jörg Gastmann und seinen Thesen des http://www.Bandbreitenmodell.de

Ich fände es gut, wenn ich auch Sie zu den Politikern zählen darf, welche sich zumindest mit dem The-sen beschäftigen. In der CDU gibt es sicherlich viele weitere kluge Köpfe, welche man mit ins Boot ziehen könnte.

Deutschland braucht jetzt führende kreative Köpfe, welche bereit sind, sich vom Lobbyismus zu lösen und die den Kopf frei haben für neue Ideen zum Wohle der Gesellschaft, und nicht einer Klientel.

Kann ich auf Sie zählen? Ich hoffe auf mehr, als nur Schriftverkehr.
Ich fände es begrüßenswert, wenn Sie es einrichten könnten uns Bürger und den Autor zu einer Dis-kussionsrunde / Vortragsrunde nach Berlin oder Ihr Wahlkreisbüro einzuladen? Bei dieser Veranstaltung können und sollten allerdings weitere interessierte Personen vertreten sein.
Mit Carsten Linnemann CDU pflegen wir diesen Kontakt bereits.

Dieser Brief ist der Auftakt zu einer Parteiübergreifenden Aktion kluge Köpfe zusammenzubringen, um miteinander zukunftsfähige Politik zu gestalten. Wirtschaftliche Interessen verfolge ich keine.

Ebenfalls angeschrieben wurden / werden in dieser Angelegenheit derzeit: MdB:
Dr. Carsten Linnemann, Frank Schäffler, Marco Bülow, Dr. Volker Wissing Nadine Schön, Peter Aumer, Steffen Bilger, Dr. Reinhard Brandel, Jens Spahn, Dorothe Baer, Marco Wanderwitz,
Dr. Wolfgang Schäuble, Herrn Hartmut Koschyk, MdB Steffen Kampeter, CDU (als indirekter Vorsitzen-de des OAR Hubert Prahs, welcher unter dem GZ I A 2-Vw 319/0 : 001, DOK 2010/0572611 bereits Stellung bezogen hat,

In erwartungsvoller Hoffnung einer Nachricht von Ihnen
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

PS. Carsten Linnemann war während einer Veranstaltung so ehrlich zuzugeben dass die Arbeitslosen-statistik gefälscht ist. Es seien in Wirklichkeit mehr als 5 Millionen. Ihre 3 Millionen sind sicherlich ein Druckfehler

Bernhard Wedeking (CDU Salzkotten-Niederntudorf)

Anlage: Fiktives Berechnungsbeispiel

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