Brief an MdB H.Dr. M.Lindner

Bernhard Wedeking
Zum Hasenfeld 2
33154 Salzkotten
02955/747080
Bewedie@t-online.de

Dr. Michael Lindner
Platz der Republik 1 11011 Berlin E-Mail: michael.lindner@bundestag.de

29.09.2010

Sehr geehrter Herr Dr. Lindner,
mit Interesse verfolgte ich so eben Ihren Auftritt bei Frau Maischberger.
Obwohl selbst Unternehmer und CDU Mitglied, konnte ich mich mit Ihrem Auftritt nicht anfreunden. Endschuldigen Sie bitte meine Direktheit: Sie gaben das Bild des arroganten Politikers ab, Nicht gut fürs Image.
Fakt ist nun einmal das in Deutschland seit Jahren der Niedriglohnsektor ausgebaut und versiche-rungspflichtige Beschäftigungen abgebaut werden. Hier muss ich Frau Wagenknecht zustimmen.
Das ist auch der Grund warum das Bild unserer Politiker in der Öffentlichkeit so schlecht ist.
Die GROßEN werden gefördert – der KLEINE geschröpft.
So wie das Stimmungsbarometer derzeit für uns die regierende Parteien CDU/CSU und FDP aussieht, wird man uns leider abwählen, weil wir kein einziges Rezept gezeigt haben, um die Probleme nachhal-tig zu lösen, etc.
Sie kennen selbst die derzeitigen Hochrechnungen. 30-31% CDU/CSU, 4-5% FDP. Ein neuer rechter CDU Ableger soll gegründet werden. Große Teilschuld dieser Miesere ist auch bei unserer Kanzlerin zu suchen. Aussitzen, Verdrängen, Vergrämen wie unter der Ära Kohl geht nicht mehr. Selbst ein Austau-schen der Kanzlerin wird die Ursache der Wahlboykottiere nicht beseitigen. Wir benötigen Parteien mit einem Program und einer Politik für die Bevölkerung und nicht gegen sie.
Wir benötigen ein neues Wirtschaftskonzept. Nicht Lohndamping sondern gut bezahlte Arbeitsplätze.
Egal mit wem ich spreche – alle sehen, sicherlich auch Sie (selbst der Polizist vor dem Reichstag, mit dem wir uns am 12.04.2010 unterhielten, nachdem wir 622 Bücher „Die Geldlawine“ für alle 622 Abgeordnete, auch Ihres, in der Poststelle abgegeben haben), dass wir mit unserem jetzigen Wirtschaftssystem mit voller Wucht vor die Wand fahren – und zwar mit 100%iger Sicherheit. Wir alle wissen dieses, wollen aber noch nichts an dem Zustand ändern. Jeder versucht erst einmal seine Schäfchen ins Trockene zu bringen. Ist dieses überhaupt möglich? Was bedeutet Geld in Zukunft? Zu welchen Bedingungen können wir es retten? Genügt es Ihnen, Herr Dr. Lindner, sich als Teil der „politi-schen Klasse“ einfach nur durchzuwursteln?
Ihr Kollege, Frank Schäffler, sagte in einem Interview mit Michael Mross vom April 2010 unerhört wahre Worte: http://www.youtube.com/watch?v=FawLtMZsJSs
Er spricht vom eingebauten Selbstzerstörungsmechanismus unseres Geldsystems und der damit ver-bundenen Zinseszins-Exponentialfunktion. Warum musste er vor wenigen Wochen von seinem Amt als Obmann der Liberalen im Finanzausschuss zurücktreten? Weil er die Wahrheit sagte?
So wie unser gesamtes Weltwirtschaftssystem aufgebaut ist, wird es zwangsläufig zusammenbrechen – mit schrecklichsten Folgen, welche wir bereits erahnen können.
Im Film „Let’s Make Money“ spricht der Alternative Nobelpreisträger Hermann Scheer Klartext. Wenn Sie den Film nicht kennen, schauen Sie sich bitte die Trailer des Films hier an: http://www.youtube.com/watch?v=0tPGt2r6DPE .
Erwin Wagenhofer begleitete in dem Film Investmentbanker und Fondsmanager über mehrere Jahre durch die undurchsichtige Finanzwelt. Sein ernüchterndes Fazit: Alle haben die Krise kommen sehen – nur hat es keinen interessiert, solange die Rendite stimmte.
Die Dreharbeiten zu „Let’s make money“ führten Wagenhofer unter anderem in das Finanzzentrum London, auf den afrikanischen Kontinent, nach Indien, auf die Kanalinsel Jersey, in die Berge der Schweiz und an die Costa del Sol. Der Film zeigt deutlich: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.
Auch müssen wir leider feststellen, dass die EU den Handlungsspielraum Deutschland immer weiter einengt. Mit dem „Gesetz zur Umsetzung steuerrechtlicher EU-Vorgaben aus 2009 z.B. sowie weiterer steuerrechtlicher Regelungen“ soll die Anpassung des deutschen Steuerrechtes erfolgen. Das war nicht das Ziel, welches die Gründerväter der europäischen Wirtschaftsunion vorsahen. Artikel 96 i.V.m. Arti-kel 98 Abs.1 gehört sofort aufgehoben.
Warum unterwirft sich Deutschland dem Diktat der EU? Wegen Pseudo-Exportleistungen, deren Last die anderen EU Partner zu tragen haben? Rüstungsexporte nach Griechenland? Siehe Frontal vom heutigen Tag.
Es besteht Handlungsdruck auf allen Gebieten in Deutschland (siehe http://www.bandbreitenmodell.de/handlungsdruck und
http://www.freitag.de/politik/1023-verlierer-des-jahrzehnts-die-mittelschichten
Wir bewegen uns hier in Deutschland und Europa auf sehr dünnem Eis. Spätestens nach einer Wäh-rungsreform werden die Karten neu gemischt. Dann wird nichts mehr sein wie es vorher war: http://www.youtube.com/watch?v=_d8B8FnqU4I.
Selbst EU-Kommissar Baroso warnt bereits vor Bürgerkriegen in Europa.
http://www.dailymail.co.uk/news/worldnews/article-1286480/EU-chief-warns-democracy-disappear-Greece-Spain-Portugal.html
Gibt es noch ein Ausweg aus der Krise? Ja es gibt eine Lösung.
In seinem Buch „ Die Geldlawine“ (liegt Ihnen bereits vor) zeigt der Autor Jörg Gastmann unter ande-rem mit dem Bandbreitenmodell auf wie die Lösung zu realisieren ist.
Sollten Sie einwenden dass eine isolierte, nationale Umstellung unseres Systems ausschließlich auf die Umsatzsteuer zu einer drastischen Verteuerung zahlreicher Produkte sowie dramatischen Wettbe-werbsverzerrungen führen wird, schauen Sie sich bitte Antwort Nr. 15 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq an. Dort wird erklärt warum einige Produkte etwas teurer werden, wa-rum dies auch beabsichtigt ist und warum im Gegenzug durch die erhöhte Kaufkraft diese Preissteige-rungen mehr als ausgeglichen werden.
Es wird nicht zu WettbewerbsVERzerrungen kommen, sondern zu WettbewerbsENTzerrungen.
Heute ist der Wettbewerb zugunsten großer, beschäftigungsarmer Unternehmen verzerrt. Kleinere und mittlere Unternehmen sind massiv benachteiligt, weil sie dem Diktat der Arbeitsplatzvernichtung man-gels Größe nicht folgen können. Wenn Sie darüber nachdenken, werden sie zugeben müssen, dass ein System, dass Arbeitnehmer vor allem als Kostenfaktor bekämpft, menschenfeindlich ist.
Im Bandbreitenmodell werden dagegen Anbieter, welche genügend Mitarbeiter beschäftigen, mit mas-siven Preisvorteilen belohnt. Stellschrauben zur Feinjustierung des Systems zeigt Antwort Nr. 13 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq. Hier ist die Kompetenz des Bundestags gefragt.
Personen mit einem niedrigen oder gar einem staatlichen Transfereinkommen und Rentner mit der Mindestrente werden durch den verteuerten Konsum nicht benachteiligt werden, da die kümmerlichen staatlichen Transfereinkommen bei Einführung des BBM schon bald nicht mehr geben wird (siehe Ant-wort Nr. 15 unter http://www.bandbreitenmodell.de/faq).
Unternehmen werden u.a. Mitarbeiter, Studenten, Rentner etc. auf ihre Gehaltsliste setzen, welche im Unternehmen überhaupt nicht arbeiten müssen, weil sie für die Produktionsprozesse ohnehin nicht be-nötigt werden. Stattdessen erhalten sie ein Einkommen als „einzig mögliches Steuerabzugsmodell“, was für alle ein Vorteil wäre! Für die Unternehmen, die sich die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung einsparen und mit ihren Preisen konkurrenzfähig bleiben. Für die Angestellten, weil sie ihr Gehalt brutto für netto bekämen, was zudem die Kaufkraft im Land enorm steigern würde, und weil es kein Überangebot an konkurrierenden Bewerbern gä-be, die die Löhne drücken.
Für den Staat, der die Sozialleistungen nicht mehr auszahlen müsste, von den Einsparungen bei der Verwaltung der Arbeitslosigkeit gar nicht zu reden!
Das ist der Sinn des BBM: Weg von der Gängelung durch den Staat und den Unternehmen/Arbeitgeber hin zu mündigen gleichberechtigten Partnern /Mitmenschen.
Bitte beschäftigen Sie sich daher einmal intensiv mit dem Buch „Die Geldlawine“ von Jörg Gastmann und seinen Thesen des http://www.Bandbreitenmodell.de
Ich fände es gut, wenn ich auch Sie zu den Politikern zählen darf, welche sich zumindest mit dem The-sen beschäftigen Deutschland braucht jetzt führende kreative Köpfe, welche bereit sind, sich vom Lob-byismus zu lösen und die den Kopf frei haben für neue Ideen zum Wohle der Gesellschaft, und nicht einer Klientel. Denken Sie an Ihre Kinder. Die erwarten eine heile Welt – kein Chaos.
Kann ich auf Sie zählen? Ich hoffe auf mehr, als nur Schriftverkehr.
Ich fände es begrüßenswert, wenn Sie es einrichten könnten uns Bürger und den Autor zu einer Dis-kussionsrunde / Vortragsrunde nach Berlin oder Ihr Wahlkreisbüro einzuladen? Bei dieser Veranstal-tung können und sollten allerdings weitere interessierte Personen vertreten sein.
Mit Carsten Linnemann CDU pflegen wir diesen Kontakt bereits.
Dieser Brief ist der Auftakt zu einer Parteiübergreifenden Aktion kluge Köpfe zusammenzubringen, um miteinander zukunftsfähige Politik zu gestalten. Wirtschaftliche Interessen verfolge ich keine.
Ebenfalls angeschrieben wurden / werden in dieser Angelegenheit derzeit: MdB:
Dr. Carsten Linnemann, Frank Schäffler, Marco Bülow, Dr. Volker Wissing Nadine Schön, Peter Aumer, Steffen Bilger, Dr. Reinhard Brandel, Jens Spahn, Dorothe Baer, Marco Wanderwitz,
Dr. Wolfgang Schäuble, Herrn Hartmut Koschyk, MdB Steffen Kampeter, Dr.Fuchs, OAR Hubert Prahs, welcher unter dem GZ I A 2-Vw 319/0 : 001, DOK 2010/0572611 bereits Stellung bezogen hat,
In erwartungsvoller Hoffnung einer Nachricht von Ihnen
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Bernhard Wedeking (CDU Salzkotten-Niederntudorf)
PS. Einige Abgeordnete beschäftigen sich bereits mit dem Bandbreitenmodell

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Bundestag abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s